Inka Bause: „Bauer sucht Frau“-Aus?

Langsam neigt sich das große Jubiläumsjahr von Inka Bause dem Ende zu: 40 Jahre auf der Bühne, 20 Jahre „Bauer sucht Frau“. Doch nicht immer war der 57-Jährigen in den vergangenen Monaten zum Feiern zumute. Im Interview mit „Closer“ erzählt sie, wie sie gelernt hat, mit Rückschlägen umzugehen.
Inka Bause packt aus
Closer: Im November wollten Sie eigentlich mehrere Konzerte spielen, doch Ihre Tour wurde gestrichen. Empfanden Sie die Absage als persönlichen Misserfolg?
Inka Bause: Ich hätte die Tour gern gespielt. Aber es kommt auch darauf an, unter welchen Umständen man etwas macht. Die Welt ist aus den Fugen. Ich verstehe die Menschen, die sagen: „Ich kann einfach nicht mehr.“ Mir ging es selbst so – ich habe in diesem Jahr Konzerttickets verfallen lassen, weil mir schlicht die Kraft und Lust fehlten, rauszugehen und zu feiern. Warum also sollte ich meinem Publikum übel nehmen, wenn es ihm genauso geht? Ich bin stolz auf den Erfolg mit „Bauer sucht Frau“ und als Moderatorin im Allgemeinen, das hat aber leider nichts mit dem Kaufverhalten von Musikfans zu tun.
Vor 20 Jahren lief die erste Folge „Bauer sucht Frau“. Hat die Sendung in dieser langen Zeit Ihre eigene Sicht auf die Liebe verändert?
Ja, das hat sie. Sie hat mir gezeigt, wie dankbar ich bin, dass ich nicht zur Eifersucht neige – obwohl ich seit 20 Jahren ständig sehe, wie sich Menschen verlieben. Ich selbst bin seit dieser Zeit ohne feste Beziehung. Und trotzdem habe ich gelernt: Ich bin stark allein, ich kann glücklich allein sein. Die Sendung hat mich auch Demut gelehrt. Früher dachte ich, man könnte sein Leben planen. Heute weiß ich: Wir haben gar nichts im Griff. Liebe passiert an den unmöglichsten Orten, unter den unmöglichsten Bedingungen.
Seit 20 Jahren Single – glauben Sie an einen „Bauer sucht Frau“-Fluch?
Nein. Ich finde, man darf nicht erwarten, dass man für alles, was man gibt, automatisch genauso viel zurückbekommt. Natürlich hatte ich Beziehungen, aber ich konnte den Menschen oft nicht gerecht werden. Ich bin dankbar für das, was ich habe. Ich habe meine große Liebe schon – in meinem Beruf, in meiner Tochter, in meinen Freunden und meiner Familie. Und vielleicht denkt sich da oben ja jemand: „Die Bause kommt auch allein klar, den Mann heben wir uns lieber für eine andere Frau auf, die ihn nötiger hat.“
Wenn man sich alte Fotos von Ihnen anschaut, denkt man, das sei eine ganz andere Frau. Fühlen Sie sich heute manchmal noch wie die junge Inka?
Zum Glück fühle ich mich anders. Es wäre schlimm, wenn ich mit 57 noch die naive Maus wäre, die schüchtern über Bühnen huschte und nicht in der Lage war, ein Geschäftsgespräch zu führen. Dieses Business ist hart, und auch wenn ich ein großartiges Team habe – am Ende treffe ich die Entscheidungen allein. Ich schaue heute auf mein jüngeres Ich wie auf ein Kind von mir. Das bin ich – und doch nicht. Ich habe mich entwickelt, ich bin erwachsen geworden. Zum Glück bin ich nicht mehr die Inka von damals.
Wie beschreiben Sie Ihr aktuelles Lebensgefühl?
Ich fühle mich sehr wohl, aber ich bin nicht in einer unbeschwerten, naiven Phase meines Lebens. Ich spüre wie viele Menschen eine gewisse Schwere, Sorgen. Gleichzeitig versuche ich, mein Lachen, meine Freude und meine Leichtigkeit zu bewahren. Denn ich glaube, meine große Stärke ist, andere Menschen zum Lächeln zu bringen, ihnen Energie zu geben. Dafür muss ich achtsam mit mir selbst umgehen. Mein Job ist es nicht, die Menschen mit meinen Problemen zu belasten, sondern ihnen glaubwürdig zu begegnen und ihnen gute Laune zu schenken. Das ist manchmal anstrengend, gerade in diesen Zeiten. Aber es macht mir unheimlich Spaß – und genau daraus ziehe ich mein Glück.
Wie ernst ist der Plan, mit 60 wirklich aufzuhören?
Das müssen Sie mich mit 60 noch einmal fragen! Ich denke nur laut nach, ich reflektiere. Aufhören werde ich nie. Aber sicherlich werde ich mein Leben umstrukturieren. Ob ich mit 60 oder 70 noch „Bauer sucht Frau“ moderiere? Sicher nicht. Vielleicht habe ich dann längst eine Produktionsfirma – oder bin Unterhaltungschefin beim MDR (lacht). Aufhören zu arbeiten, werde ich jedenfalls nicht.




