Schock-Urteil: US-Oberstes Gericht entscheidet über Geschlecht im Pass

Das überraschende Urteil

Der Supremecourt-Beschluss fiel in einem knappen, nicht unterzeichneten Entscheid und setzte eine einstweilige Verfügung außer Kraft, die zuvor den Eintrag eines „X“-Geschlechtsmarkers ermöglicht hatte. Damit stützt das Gericht die Trump-Administration, die seit Januar ein strikt binäres Geschlechterverständnis durchsetzt.
Konservative Richterinnen und Richter begründen den Schritt mit „historischer Faktentreue“: Wie der Geburtsort solle auch das Geburtsgeschlecht unveränderlich im Pass stehen. Drei liberale Justices warnten jedoch vor „sofortigem, unnötigem Leid“ für Millionen trans- und nichtbinäre Menschen.
Lassen Sie uns nun die Vorgeschichte beleuchten, die zu diesem Paukenschlag führte …
Die Vorgeschichte

Noch 2021 hatte das State Department unter Präsident Biden erstmals den genderneutralen „X“-Eintrag erlaubt, ein Durchbruch für inter- und nichtbinäre US-Bürger. Rund 240 000 Pässe sollen seitdem mit „X“ ausgestellt worden sein.
Mit Trumps Rückkehr ins Oval Office änderte sich der Wind abrupt: Schon am Tag seiner Amtseinführung unterzeichnete er die Order „Defending Women from Gender Ideology Extremism“, die sämtliche Bundesdokumente auf ein Zwei-Geschlechter-Schema zurückstutzt. Das jetzige Gerichtsurteil verleiht dieser Order Verfassungsrang.
Doch die Widerstände formieren sich – und sie klingen laut …
Die Stimmen des Widerstands

In ihrer scharfen Dissenz kritisierte Justice Ketanji Brown Jackson die Entscheidung als „grundlosen Machtmissbrauch“. Sie warnte vor wachsender Gewalt und Diskriminierung gegen Betroffene, die nun mit einem „falschen“ Pass reisen müssen.
Menschenrechtsgruppen wie die ACLU sprechen von einem „Rückfall ins 20. Jahrhundert“ und bereiten eilends neue Klagen vor. Sie argumentieren, dass das Urteil das Recht auf persönliche Identität untergräbt – eine Grundsäule moderner Demokratien.
Welche Prominenten sich bereits einmischen und welche Stimmen besonders nachhallen, zeigt der nächste Abschnitt …
Prominente Reaktionen

Hollywood-Star Elliot Page twitterte, die Entscheidung fühle sich an wie „ein Schlag ins Gesicht aller, die jahrelang um Anerkennung gekämpft haben“. Auch Serien-Liebling Hunter Schafer berichtete, ihr Pass sei nun wieder mit „M“ markiert – trotz weiblicher Fahrerlaubnis.
Musikikone Sam Smith rief Fans dazu auf, bei US-Auftritten ihren Ausweis demonstrativ offen zu zeigen: „Seht her, wie die Regierung unsere Identitäten ausradiert.“ Binnen Stunden trendete der Hashtag #MyPassportMyTruth weltweit.
Aber wie spüren Reisende ganz konkret die Folgen? Das beleuchten wir als Nächstes …
Auswirkungen auf Reisende

Schon jetzt häufen sich Berichte von nichtbinären Personen, denen der Zutritt zu Flugzeugen oder Hotels verweigert wurde, weil ihre Ausweise „uneindeutig“ wirkten. Reiseagenturen warnen vor erhöhten Sicherheitsbefragungen und raten Betroffenen, zusätzliche Beglaubigungen mitzuführen.
Juristisch kompliziert wird es bei bestehenden „X“-Pässen: Diese bleiben formal gültig, könnten jedoch bei der nächsten Kontrolle eingezogen werden. Viele Betroffene müssen nun umgehend einen neuen Pass beantragen – allerdings nur noch als „M“ oder „F“.
Bleibt die Frage: Ist das letzte Wort wirklich gesprochen? Ein Blick nach vorn verrät mehr …
Was kommt als Nächstes?

Demokratische Senatorinnen haben bereits einen „Gender Marker Freedom Act“ eingebracht, der das binäre System per Gesetz kippen soll. Ob er den republikanisch dominierten Kongress passiert, ist fraglich – doch ein Präsidenten-Veto gilt als sicher.
Gleichzeitig laufen internationale Gespräche: Kanada und die EU prüfen, ob US-Dokumente mit Zwangsmarkern gegen Menschenrechtsabkommen verstoßen. Sollte ein transatlantischer Konflikt eskalieren, könnte das Thema sogar vor den UN-Menschenrechtsrat gelangen.
Und genau dort könnte sich entscheiden, ob der Pass der Zukunft wieder mehr als zwei Buchstaben kennt – oder ob das Machtwort aus Washington die globale Norm setzt. Bleiben Sie dran.




