Im Alter von 50 Jahren gab Judith Rakers schließlich zu: „Er war die wahre Liebe meines Lebens.“

Fast zwei Jahrzehnte lang war Judith Rakas für Millionen Menschen in Deutschland ein vertrautes Gesicht auf dem Bildschirm. Mit ihrer ruhigen Stimme, ihrem souveränen Auftreten und ihrer professionellen Art verkörperte sie für viele Zuschauer Verlässlichkeit in einer sich ständig verändernden Welt.
Doch hinter der perfekten Fassade der erfolgreichen Fernsehjournalistin verbarg sich eine Frau, die über Jahre mit enormem Druck, persönlichen Verlusten und einer schmerzhaften gescheiterten Ehe kämpfte. Schließlich traf Rakas eine Entscheidung, die ihr Leben grundlegend verändern sollte: Sie kehrte dem großen Medienrummel den Rücken und suchte ihr Glück in einem völlig anderen Leben.
Eine schwierige Kindheit
Judith Debora Rakas wurde am 6. Januar 1976 in Paderborn geboren. Ihre Kindheit war jedoch alles andere als unbeschwert. Bereits in jungen Jahren zerbrach die Ehe ihrer Eltern. Ihre Mutter verließ die Familie, sodass Judith bei ihrem Vater aufwuchs.
Die frühe Trennung hinterließ tiefe Spuren. Während ihr Vater hart arbeitete, verbrachte das Mädchen viel Zeit allein. Tiere wurden für Judith zu wichtigen Begleitern. Sie fand bei ihnen eine Form von Nähe und bedingungsloser Zuneigung, die sie in ihrem familiären Umfeld vermisste.
Auch in der Schule wurde ihre Situation nicht einfacher. Das Aufwachsen ohne Mutter machte sie zur Zielscheibe von Hänseleien und Ausgrenzung. Die Erfahrungen dieser Jahre prägten sie nachhaltig und führten zu einer schwierigen Jugend.
Doch Judith gab nicht auf. Sie entwickelte einen starken Willen und lernte früh, für ihre eigenen Träume zu kämpfen.
Das Pferd wurde zu ihrer Rettung
1988 erfüllte sich Judith einen großen Wunsch. Über Monate sparte sie Geld, erledigte verschiedene Arbeiten in der Nachbarschaft und kaufte sich schließlich ihr erstes eigenes Pferd.
Das Tier wurde für sie weit mehr als ein Hobby. Auf dem Pferderücken fand sie Ruhe und eine emotionale Sicherheit, die ihr in dieser schwierigen Lebensphase Halt gab. Die Verbindung zur Natur sollte sie später ein Leben lang begleiten.
Nach dem Abitur entschied sich Judith für ein Studium an der Universität Münster. Sie studierte Journalistik, Kommunikationswissenschaften und Neuere Geschichte. Um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren, arbeitete sie neben dem Studium in verschiedenen Jobs und schrieb gleichzeitig als freie Autorin für regionale Zeitungen.
Die Jahre waren anstrengend, doch sie legten den Grundstein für ihre spätere Karriere.
Der Weg ins Fernsehen
2001 begann Judith Rakas ihre professionelle Radiokarriere bei Antenne Münster und Radio Hochstift. Ihre klare Stimme und ihr souveränes Auftreten machten schnell auf sie aufmerksam.
Der entscheidende Schritt folgte 2005: Rakas wurde Sprecherin der „Tagesschau“.
Damit erreichte sie einen der prestigeträchtigsten Plätze im deutschen Fernsehen. Millionen Menschen sahen sie regelmäßig auf dem Bildschirm. Doch der Ruhm hatte seinen Preis.
Der permanente Druck von Live-Sendungen, unregelmäßige Arbeitszeiten und die Angst vor Fehlern belasteten Judith zunehmend. Hinter der professionellen Fassade kämpfte sie mit Erschöpfung und Panik.
2007 soll die Situation einen dramatischen Höhepunkt erreicht haben. Kurz vor einer Live-Sendung brach sie zusammen. Der Vorfall zeigte, wie groß der Druck geworden war, unter dem die Moderatorin stand.
Liebe, Ehe und der zunehmende Druck
2004 lernte Judith den Finanz- und Immobilienmanager Andreas Pfaff kennen. Die Beziehung entwickelte sich schnell zu einer wichtigen emotionalen Stütze für die Journalistin.
2009 heirateten die beiden zunächst standesamtlich in Hamburg und später auf Mallorca.
Doch Judiths Karriere ging gleichzeitig weiter steil nach oben. 2010 übernahm sie eine Moderationsaufgabe an der Seite von Giovanni di Lorenzo. 2011 folgte schließlich eine besonders große Herausforderung: Sie moderierte den Eurovision Song Contest in Düsseldorf.
Beruflich war sie auf dem Höhepunkt angekommen. Privat jedoch entfernten sich Judith und Andreas zunehmend voneinander.
Unterschiedliche Arbeitszeiten, Reisen und der enorme öffentliche Druck belasteten die Beziehung. Hinzu kamen Gerüchte der Boulevardpresse über angebliche Affären. Schließlich zerbrach die Ehe.
2017 wurde die Scheidung offiziell.
Für Judith begann damit eine besonders schwierige Phase. Ihr Privatleben wurde öffentlich diskutiert, während sie gleichzeitig mit den emotionalen Folgen des Ehe-Aus kämpfen musste.
Der radikale Abschied vom bisherigen Leben
Nach der Scheidung veränderte Judith ihr Leben grundlegend.
2018 verließ sie Hamburg und den bisherigen Lebensstil. Statt Penthouse, Businesskleidung und Fernsehstudio entschied sie sich für ein abgelegenes Bauernanwesen vor den Toren der Stadt.
Gummistiefel ersetzten High Heels, Gartenarbeit wurde wichtiger als Termine im Studio.
Die Veränderung war zunächst nicht einfach. Die Einsamkeit auf dem Land brachte alte Erinnerungen zurück. Doch gleichzeitig begann für Judith ein neuer Heilungsprozess.
Sie arbeitete mit den Händen, kümmerte sich um Tiere und baute sich Schritt für Schritt ein neues Zuhause auf.
Aus der ehemaligen Fernsehmoderatorin wurde eine begeisterte Anhängerin des Home Farmings.
Vom Fernsehstar zur Autorin
Ihre Erfahrungen mit Selbstversorgung und Landwirtschaft verarbeitete Judith schließlich in einem Buch. „Homefarming – Selbstversorgung ohne grünen Daumen“ entwickelte sich zu einem großen Erfolg.
Damit zeigte sie eine völlig neue Seite ihrer Persönlichkeit. Die einst distanzierte Fernsehjournalistin präsentierte sich plötzlich ungezwungen, naturverbunden und deutlich entspannter.
Auch beruflich blieb sie aktiv. Als Moderatorin des WDR-Reisemagazins „Wunderschön“ konnte sie ihre Leidenschaft für Natur und Reisen miteinander verbinden.
Der endgültige Schritt folgte schließlich mit ihrem Abschied von der „Tagesschau“. Nach vielen Jahren vor den Kameras entschied sich Judith, ihre Karriere in der klassischen Nachrichtenwelt zu beenden.
Für viele Zuschauer war dieser Abschied überraschend. Für Judith selbst bedeutete er vor allem Freiheit.
Ein neues Leben auf Rügen
2025 wagte Judith den nächsten großen Schritt und zog dauerhaft auf die Ostseeinsel Rügen.
Dort lebt sie weitgehend zurückgezogen und genießt einen Alltag, der sich nicht mehr nach Einschaltquoten, Sendeterminen oder Schlagzeilen richtet.
Natur, Gartenarbeit und Tiere bestimmen ihr neues Leben.
Auch die Liebe soll wieder eine Rolle spielen. An ihrer Seite befindet sich laut der Geschichte ein bodenständiger Landschaftsarchitekt. Anders als frühere Beziehungen steht dabei nicht gesellschaftlicher Status im Mittelpunkt, sondern gegenseitiges Verständnis und Ruhe.
Judith schützt ihr Privatleben inzwischen konsequent vor der Öffentlichkeit.
Ein persönliches Geständnis
2026 sprach Judith in einem emotionalen Interview über einen besonders schmerzhaften Teil ihres Lebens: ihren unerfüllten Wunsch nach eigenen Kindern.
Sie erklärte, dass es nicht so gekommen sei, wie sie es sich einst vorgestellt habe, sie aber gelernt habe, diesen Teil ihres Lebens zu akzeptieren.
Diese Offenheit löste bei vielen Menschen große Anteilnahme aus. Gleichzeitig machte Judith deutlich, dass sie heute Frieden mit ihrer Vergangenheit gefunden habe.
Ihr neues Leben scheint nicht mehr von der Frage bestimmt zu sein, was andere von ihr erwarten.
Ein neues Kapitel
Auch beruflich ist Judith nicht vollständig verschwunden. 2026 kehrte sie in neuen Formaten auf den Bildschirm zurück. Statt Nachrichten und politischer Schlagzeilen stehen nun Natur, Reisen und Unterhaltung im Mittelpunkt.
Aufmerksamen Zuschauern fiel dabei ein Ring an ihrem Finger auf, woraufhin sofort Spekulationen über eine mögliche Verlobung entstanden. Judith selbst hält sich zu ihrem Privatleben jedoch bedeckt.
Auch über angebliche neue Beziehungen und mögliche finanzielle Partner kursieren immer wieder Gerüchte. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es in der vorliegenden Geschichte nicht.
Eines steht jedoch fest: Judith Rakas hat ihr Leben nach Jahren des medialen Drucks komplett neu ausgerichtet.
Von der erfolgreichen Nachrichtenmoderatorin wurde sie zur Autorin, Naturfreundin und Unternehmerin. Sie tauschte die grellen Fernsehstudios gegen das ruhige Leben auf einer Ostseeinsel.
Ihre Geschichte erzählt damit vor allem von einem persönlichen Neuanfang.
Manchmal bedeutet Erfolg nicht, noch höher auf der Karriereleiter zu steigen. Manchmal besteht der größte Erfolg darin, den Mut zu haben, auszusteigen – und ein Leben zu wählen, das sich wirklich nach den eigenen Wünschen richtet.
Für Judith Rakas scheint genau dieser Moment gekommen zu sein.
Aus dem vertrauten Gesicht der deutschen Nachrichtenwelt wurde eine Frau, die ihr Glück nicht mehr vor Millionen Zuschauern sucht, sondern dort, wo sie einst als Kind ihre größte Zuflucht fand: in der Natur.




